Faire Arbeitsbedingungen bei Stadtbus Winterthur!

Wir streiken: Am 3.März 2026 fahren von 4:30 bis voraussichtlich 8:30 keine Busse.

Warum wird gestreikt?

Bereits seit Ende 2024 weisen wir die Zuständigen auf die unzumutbaren Arbeitsbedingungen hin. Weder die Geschäftsleitung noch der Stadtrat sind bisher auf unsere Anliegen eingegangen. Dabei sind die Missstände vielseitig:

  • Maximale Flexibilität ohne Entschädigung, dafür massive Minuszeiten: Ohne, dass eine gesetzlich vorgeschriebene Vereinbarung vorliegen würde, werden dem Fahrpersonal mehrere sogenannte ED pro Monat eingeteilt. Solche ED sind Platzhalter. Wird bis am Vortag um 17:00 Uhr kein Dienst zugeteilt, wird der ED in einen sogenannten Ausgleichstag umgewandelt. Dadurch verliert das betroffene Personal Arbeitszeit, wodurch auf den Zeitkonti der Mitarbeitenden unverschuldet Minussaldi entstehen. Dies ist einerseits rechtlich untragbar, da die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes nicht eingehalten werden. Andererseits handelt es sich bei diesen Minuszeiten um Annahmeverzug des Arbeitgebers. Mit dieser Handhabung wird das gesamte Betriebsrisiko in diesem Bereich auf die Mitarbeitenden übertragen, was nicht haltbar ist.
  • Nicht ausreichende Entschädigungen für die Nacht- und Sonntagsarbeit: Gemäss Personalstatut der Stadt Winterthur werden den städtischen Angestellten ab 20:00 Uhr Zuschläge für Nachtarbeit in der Höhe von 25% gewährt. Das Fahrdienstpersonal erhält diese Zuschläge erst ab 22:00 Uhr.
  • Mangelhafte Dienstplanung, teils mit Gesetzesverletzungen
  • Schadensbeteiligung ohne rechtliche Grundlage

Wir können unter diesen Bedingungen nicht weiterarbeiten und die Sicherheit aller Fahrgäste im öffentlichen Verkehr garantieren. Darum tritt das Personal der Stadbusse in der Streik.

Was wurde unternommen, um den Streik zu verhindern?

Die Unzufriedenheit aufseiten des Personals besteht bereits mehrere Jahre. Ende 2024 wurde der Geschäftsleitung eine Petition mit rund 200 Unterschriften (bei rund 260 Mitarbeitenden im Fahrdienst) überreicht. Darin wurden bereits die Gewährung der Nachtzulagen, eine faire ED-Regelung sowie Verbesserungen in der Dienstplanung zur Verhinderung von Minusstunden gefordert. In der Folge kam es zu einigen Gesprächen zu diesen Themen. Allerdings sind alle bis heute ungelöst.

Im Gegenteil entstand der Anschein, dass das Personal durch die Geschäftsleitung nicht ernstgenommen wird. So werden die Personalvertretungen bei wichtigen und personalrelevanten Beschlüssen nicht mit einbezogen und vor vollendete Tatsachen gestellt. Besonders erschreckend ist, dass die Geschäftsleitung bei Hinweisen auf Verletzungen des Arbeitszeitgesetzes wegschaut und keine Hand für Lösungen bietet.

Die VPOD-Gruppe Stadtbus Winterthur hat wiederholt versucht, mittels Aushängen das Personal über die Missstände und die aktuellen Entwicklungen aufzuklären. Ohne rechtliche Grundlage und im Widerspruch zum Mitwirkungsgesetz liess die Geschäftsleitung die Aushänge regelmässig entfernen.

Die rechtlichen Missstände wurden dem Bundesamt für Verkehr gemeldet. Dieses bestätigte unsere Bedenken, sah sich aber nicht in der Position, effektiv zu reagieren. Gleich verhält es sich mit der städtischen Ombudsstelle, welche durch VPOD-Mitglieder auf Missstände aufmerksam gemacht wurden. Diese erwies sich als zu zahnlos, um effektiv eine Veränderung herbeiführen zu können.

Mittels eines Schreibens seitens des VPOD wurden der zuständige Stadtrat und die Geschäftsleitung per Ende Januar erneut auf die Missstände und die damit verbundenen Forderungen aufmerksam gemacht. Es wurde eine Rückmeldung bis anfangs Februar verlangt. Diese kam bis heute nicht.