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April 2014
Stefan Gigers Blog

ISS Flughafen Genf: Lohnnachzahlung für 16 Jahre

03.12.12

ISS Flughafen Genf: Lohnnachzahlung für 16 Jahre

VON: CHRISTOPH SCHLATTER

Im Rechtsstreit zwischen dem Reinigungsunternehmen ISS, das am Flughafen Genf die Flugzeugkabinen putzt, und einer Angestellten hat letztere gewonnen. Das Bundesgericht hat die Arbeitgeberin, einen internationalen Konzern mit einer halben Million Angestellten in 50 Ländern, dazu verdonnert, der Reinigungskraft entgangenen Lohn von 1994 bis 2010 nachzuzahlen. Summa summarum: 72'000 Franken.

Grund: Die Angestellte war die ganze Zeit als Hilfskraft im Stundenlohn angestellt. Dabei heisst es im damals gültigen GAV klar, dass automatisch zu den (besseren) Bedingungen von Festangestellten arbeitet, wer ein Pensum von 50 Prozent und mehr hat.

Der vpod ist über das (allerdings knapp ausgefallene) Lausanner Urteil sehr erfreut. An den prekären Arbeitsbedinungen in der Flugzeugreinigung und überhaupt am Flughafen Genf ändert es vorerst wenig. Noch immer drücken die Anbieter von Dienstleistungen gegenseitig die Löhne, auf dem Buckel der Arbeitnehmenden. Immerhin zeigt der Entscheid, dass auch ganz unten noch gewisse Rechte gelten. Und dass auch gegenüber Arbeiterinnen im Billiglohnbereich ein Wort ein Wort ist. 


Später Erfolg nach ISS-Streik: Deftige Lohnnachzahlung. (Foto: Valdemar Verissimo)