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September 2014
Stefan Gigers Blog

1. Mai: Ressourcen und Geld gerechter verteilen!

01.05.12

1. Mai: Ressourcen und Geld gerechter verteilen!

VON: CHRISTOPH SCHLATTER

In zahlreichen Städten der Schweiz haben am heutigen Maifeiertag wiederum Zehntausende Menschen für eine gerechtere Verteilung von Geld und Ressourcen demonstriert – in der Schweiz, aber auch weltweit. In Schaffhausen, wo die Kundgebung in bewährtem Kontermarsch über die Bahnhofstrasse zum zentralen Fronwagplatz führte, beklagte vpod-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber die einseitige Verteilung von Einkommen und Vermögen. Sie verlangte ein Ende der Umverteilung von unten nach oben: Es ist jetzt endlich Zeit für faire Löhne und für sichere Renten.

Auch vpod-Regionalsekretärin Marianne Meyer thematisierte in Basel die sozialpolitische Schieflage: „Jetzt sind wir dran, die Arbeiterinnen und Arbeiter, welche die Gewinne erarbeiten. Und nicht schon wieder die Milliardenkonzerne, welche sich täglich an unserer Arbeit bereichern! Ihr wisst, wovon ich rede: Von der erneuten Senkung der Gewinnsteuer für die Unternehmen mit den höchsten Profiten. Dagegen haben wir das Referendum ergriffen. Wir wollen dieses am 17. Juni gewinnen und ein Zeichen setzen: Jetzt ist Schluss mit der Umverteilung von unten nach oben.“

Der vom SGB auf den 1. Mai hin in aktualisierter Form herausgegebene Verteilungsbericht belegt die zunehmende Einkommenskluft. SGB-Präsident Paul Rechsteiner in Zürich dazu:  „Wir haben in der Schweiz jetzt 10, 15 Jahre der Ungleichheit hinter uns. 10, 15 Jahre, in denen die hohen und höchsten Einkommen krass zugelegt haben, während die Mehrheit mit unteren und mittleren Einkommen stehen geblieben ist. Es reicht. Es langet!“ Diese Fehlentwicklung sei politisch verursacht. „Und sie kann auch politisch umgedreht werden“: mit einer Lohnpolitik der Vernunft, mit starken Gesamtarbeitsverträgen und mit Mindestlöhnen, die ein Leben in Würde ermöglichen.

SGB-Chefökonom Daniel Lampart prangerte in Bülach die zahlreichen insgesamt milliardenschweren Steuergeschenke von Bund und Kantonen an die Grossverdiener an und schlug einen Bogen zur Managed-Care-Abstimmung: „Den Reichen Steuergeschenke machen, bei den Normalverdienenden sparen. So funktioniert leider bürgerliche Steuer- und Abgabenpolitik. Wenn wir am 17. Juni in der Abstimmung zu Managed Care nicht klar Nein sagen, geht das so weiter. Die Versorgung wird schlechter. Und statt dass gerechter finanziert wird, müssen wir mehr selber bezahlen.“


Schluss mit der Umverteilung von unten nach oben: Katharina Prelicz-Huber an der 1.-Mai-Feier in Schaffhausen, Marianne Meyer in Basel. (Fotos: Christoph Schlatter, Matthias Scheurer)