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April 2014
Stefan Gigers Blog

Streik am Genfer Unispital: Der Ton wird schärfer

15.11.11

Streik am Genfer Unispital: Der Ton wird schärfer

VON: YVES MUGNY

Personalmangel, steigender Arbeitsdruck, ständige Unterdotierung, Auslagerung von Dienstleistungen, Verzicht auf folgerichtige Neueinreihungen – das sind die Konsequenzen der Sparpolitik im Genfer Gesundheitswesen. Im Universitätsspital Genf (Hôtpitaux Universitaires de Genève HUG) sind aus diesem Grund seit einem Monat Streikbewegungen aktiv, zunächst bei den Patiententransporten und bei den Pflegeassistentinnen. Aktuell sind es die Laborantinnen und Laboranten sowie die Beschäftigung der Spitalreinigung, die sich wehren.
Das Putzpersonal verlangt schon seit 1998 eine Neueinreihung; gleichzeitig sah es sich in den letzten Jahren mit mehreren Auslagerungen konfrontiert. Am Standort Belle-Idée ist teilweise über die Hälfte der Reinigungskräfte „verschwunden“. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Hygiene und die Sicherheit. Die Putzleute fordern daher: eine neue Lohneinreihung, eine Aufstockung des Personals und die Wiedereingliederung zuvor ausgelagerter Dienste.
Die Laborantinnen und Laboranten beklagen ebenfalls, dass sie seit Jahren lohnmässig an Ort treten, während alle anderen Gesundheitsberufe angehoben wurden. Sie verlangen ebenfalls eine Neueinreihung, ausserdem zusätzliches Personal und eine paritätische Kommission, die sich der zahlreichen Probleme annehmen wird, die in erster Linie  im Zusammenhang mit dem grossen neuen Zentrallabor (Bat-Lab) entstanden sind.
Am Montag hat sich der Tonfall und der Umgang am HUG verschärft. Einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fanden ihre Badges deaktiviert, andere wurden von ihren Chefs „begleitet“, Sicherheitsdienste und Vertreter der oberen Hierarchieebenen waren plötzlich überall präsent. Derlei Schikanen werden aber die Streikenden nicht von ihrem Kurs abbringen. Die Leute von der Reinigung haben es nämlich kapiert: Wenn sie nicht kämpfen, passiert rein gar nichts.
Auch im Labor ist man entschlossen; der Streik zeigt Wirkung. „Wegen des Streiks der Laborantinnen und Laboranten droht ab sofort und auf unbestimmte Zeit eine deutliche Verlängerung der Fristen für Laborresultate. Wir bitten Sie, die Analyseanfragen derzeit auf das strikte Minimum zu begrenzen“, heisst es in einer internen Mitteilung der Labor-Verantwortlichen. Die Beschäftigten haben weitere Massnahmen für Donnerstag angekündigt, falls bis dahin nicht ernsthafte Verhandlungen in Gang gekommen sind.


Am Genfer HUG wächst der Widerstand gegen die Sparpolitik des Kantons. (Foto: Eric Roset)