Aktuelles

Subjekt oder Objekt?

An ihrer nächsten Sitzung befasst sich die Verbandskommission Sozialbereich des vpod mit dem Themenkomplex Subjektfinanzierung im Behindertenbereich. Auch das Thema der persönlichen Assistenz wird diskutiert. Beide Fragen erfordern eine Stellungnahme der Gewerkschaft, weil an beiden Orten berechtigte Interessen in einen Konflikt treten. Auf der einen Seite steht das Recht auf Selbstbestimmung, das Menschen mit Behinderung in Anspruch nehmen; auf der anderen Seite sieht der vpod bei einer umfassenden Deregulierung die Arbeitsbedingungen der im Sozialbereich Beschäftigten bedroht. Wie können beide legitimen Anliegen unter einen Hut gebracht werden? Die gewerkschaftsinterne Debatte und die Diskussion mit den Behindertenverbänden läuft.

Kritisch positiv zur Attest-Ausbildung

Im Rahmen einer Anhörung hat sich der vpod zur Einführung einer zweijährigen Ausbildung mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA) in den Bereichen Soziales und Gesundheit kritisch positiv geäussert. Das Ja des vpod ist verbunden mit einem Plädoyer um Aufschub der Ticketeingabe um ein Jahr: Die Akteurinnen und Akteure, die im Berufsbildungsbereich engagiert sind, sollen nicht überbelastet werden - sie waren durch die jüngsten, noch längst nicht abgeschlossenen Umwälzungen in der Berufsbildung des Sozial- und Gesundheitsbereichs schon stark gefordert. Die zustimmende Haltung des vpod betrifft aber ganz klar die zweijährige Grundbildung als ein Angebot, welches praktisch begabten Jugendlichen die Tür zur Berufsbildung öffnet - und nicht als ein Angebot "à la carte" oder gar als Billig-Lösung eines Arbeitsmarktproblems. Sparpotenzial enthalte diese Einführung keines - im Gegenteil: die Betreuung und Förderung der Lernenden wird aufwendiger sein als bei den FaBe-Lehrlingen. Als Titel für die Absolventinnen und Absolventen einer zweijährigen Grundbildung schlägt der vpod "Assistentin Gesundheit und Betreuung" vor.

Die vollständige Stellungnahme lesen Sie hier.

SGB: Positionspapier zu "Teillohnstellen"

Auf Anstoss des vpod hin hat der SGB ein Positionspapier zu Arbeitsintegrationsprojekten der Sozialhilfebehörden verfasst. Der SGB verlangt von solchen Projekten, dass sie keine bestehenden Stellen konkurrenzieren, Qualifikations- und Betreuungsaspekte aufweisen, von den Sozialpartnern vor Ort gutgeheissen und regelmässig kontrolliert werden und nur dann verpflichtend sein dürfen, wenn ein fairer Lohn bezahlt wird und die Arbeit zumutbar ist.

 

 

Die Stellungnahme ist hier verfügbar.

Neue Broschüre zu Existenzischerung und Teillohnjobs

Integrieren und qualifizieren statt abschieben - unter diesem Titel steht eine neue Broschüre des vpod, die sich der Debatte um Existenzsicherung, sogenannte Teillohnstellen und Erwerbsarbeit widmet. Der vpod positioniert sich darin klar für "Integrationsfirmen", die einen Mindestlohn zahlen und die so gestaltet sind, dass die Beschäftigten ihre beruflichen Qualitäten erhalten und erweitern können. Sackgassen und Abstellgleise lehnt der vpod ab. In weiteren Beiträgen der Broschüre spricht sich etwa die Sozialwissenschaftlerin Eva Nadai kritisch mit der Sozialhilfe im aktivierenden Staat auseinander und unterzieht den Trend zu "Workfare" einer sehr kritischen Würdigung. Die Broschüre kann beim vpod gratis bestellt werden.