Personalnotstand

vpod fordert Anschubfinanzierung für die Bildungsangebote in den Gesundheits- und Pflegeberufen

Um den Personalnotstand zu mildern und eine massive Verschärfung abzuwenden, fordert der vpod eine Anschubfinanzierung durch Bund und Kantone, damit so rasch als möglich genügend Nachwuchskräfte ausgebildet werden, insbesondere FaGe, Pflegeberufe auf Tertiärstufe und MTRA-Fachleute. Bereits die vpod-Verbandskommission vom Juni 2009 hatte diese Forderung erhoben. Wir haben sie in einem Mediencommuniqué bekräftigt, das wir anlässlich der Publikation des Versorgungsberichtes von GDK und OdASanté publiziert haben.

Angesichts der sich rasch verschärfenden Sachlage stösst unsere Forderung bei Behörden und in der Politik zunehmend auf Gehöhr. Wir haben deshalb unsere diesbezüglichen Vorstellungen in einem Arbeitspapier präzisiert.

Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber hat in der Märzsession 2010 eine entsprechende Motion eingereicht, die von über 40 Ratsmitgliedern (unter anderem auch von den FdP-Mitgliedern Ignazio Cassis und Otto Ineichen) unterzeichnet wurde. Der Text der Motion lautet: Der Bundesrat wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um mit einer Anschubfinanzierung von jährlich im Schnitt 90 Mio Franken den bedrohlichen Personalmangel im Pflegebereich abzuwenden. Zur wirksamen Koordination und Steuerung der Bildungsanstrengungen und des Mittelflusses soll ein/e Delegierte/r des Bundesrates eingesetzt werden. Beide Massnahmen sind auf sechs Jahre auszulegen. Der Bund beteiligt sich an den Ausbildungskosten, wenn die Kantone einen gleichen Anteil aufwenden. Über die optimale Mittelzuteilung entscheidet der/die Delegierte in Kooperation mit den Kantonen, den Leistungserbringern, der OdA Santé und den Personalverbänden.

Personalnotstand: Berichte von GDK, OdASanté und Obsan weisen bedrohliches Ausmass aus

In der Schweiz droht in kommenden Jahren ein akuter Mangel an ausgebildetem Gesundheitspersonal (Pflege, Labor, Therapie, Medizinaltechnik). Einerseits benötigen die Institutionen im Gesundheitswesen mindestens 25'000 zusätzliche qualifizierte Fachkräfte bis 2020. Das entspricht rund 12% der heute in den Institutionen Beschäftigten. Dazu gibt es ein Factsheet des Obsan, das auf einer entsprechenden Studie beruht. Andererseits haben die neuen Berufsausbildungen - insbesondere FaGe und HF Pflege - noch wenig Fuss gefasst. Die Gesundheitsdirektoren-Konferenz GDK und die OdA Santé halten in einem gemeinsamen Versorgungsbericht zu den Gesundheitsberufen fest, dass die Zahl der jährlichen Abschlüsse in den Pflegeberufen massiv unter dem aktuellen und künftigen Bedarf liegt. Gegenwärtig werden jährlich rund 4600 Pflegefachleute zu wenig ausgebildet. Die Personallücke vergrössert sich jedes Jahr um diese Zahl. Es drohen  damit schon in wenigen Jahren dramatische Engpässe in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Rasches Handeln tut not. Zu Recht hält der Bericht fest, dass die Situation keinen Aufschub dulde.

Bessere Arbeitsbedingungen gegen Personalmangel

Der zunehmende Personalnotstand im Gesundheitswesen wiederspiegelt einen anspruchsvollen Berufsalltag: Hohe Verantwortung, Schicht- und Nachtarbeit, zunehmende Bürokratie. Dieser Alltag ist auf Dauer nur zu bewältigen, wenn die Arbeitsbedingungen und die Löhne stimmen. Sparmassnahmen auf dem Buckel des Personals sind völlig fehl am Platz. Es braucht vielmehr Entlastungen. Der vpod entwickelt zur Zeit ein Forderungsprogramm, das Massnahmen zur Entlastung des Personals vorschlägt, wie z.B.geeignete Formen von Arbeitszeitkürzungen.  Wenn es gelänge, die durchschnittliche Verweildauer des Gesundheitspersonals im Beruf um 1 Jahr zu erhöhen, so könnte der Nachwuchsbedarf um 5-10% gesenkt werden.