Gesundheit

Der vpod unterstützt das Referendum gegen die geplante KVG-Revision.

Medizinische Behandlung wird teurer: Neu müssen künftig bis zu 1’000 Franken pro Jahr selbst bezahlt werden – zusätzlich zur Franchise von mindestens 300 Franken.
Knebelverträge: Wer sich das nicht leisten kann, muss sich an ein bestimmtes Managed-Care-Netz binden. Wer mit dem Netz nicht zufrieden ist, darf es bis zu drei Jahre lang nicht verlassen – es sei denn, er bezahlt eine hohe Austrittsprämie.
Zweitklassige Medizin: Die Managed-Care-Netze müssen Budgetziele einhalten. Das schafft Anreize, nur noch die billigsten Untersuchungen und Therapien anzuordnen und den PatientInnen “teure” Verfahren vorzuenthalten.
Kassendiktat: Die Kassen können frei wählen, mit welchen Managed-Care-Netzen sie Verträge abschliessen und was in diesen Verträgen steht. Zu “teure” Netze werden ausgebootet.
Verwirrung: Schon jetzt ist es schwierig, sich im Dschungel der Versicherungsformen zurechtzufinden. Dieser Dschungel soll nun noch um ein Vielfaches grösser werden, denn jedes Netz kann andere Leistungen anbieten.

Wir sind Sauer. Signaltag des Gesundheitspersonals

Am 22.September 2011 organisieren14 Gewerkchaften und Berufsverbände des Gesundheitswesens (Allianz DRG Personal) einen Signaltag unter dem Motto wir sind sauer. Das Gesundheitspersonal will seine Arbeit verantwortungsvoll und zum optimalen Wohl der PatientInnen machen. Unsere Arbeitsbedingungen lassen dies jedoch immer weniger zu. An vielen Orten sind die Personalbestände ungenügend, steigt der Stress. Die neuen Gesetze zur Spital- und Pflegefinanzierung sollen nun noch mehr Druck machen. Dazu sagen wir NEIN.Drei Jahre lang haben wir versucht, Gehör zu finden. Beim Bundesrat und den nationalen Behörden sind wir trotz einer Petition mit 30'000 Unterschriften, trotz Verhandlungen und direkten Gesprächen auf taube Ohren gestossen. Nach Ansicht des Bundesamtes für Gesundheit muss vielmehr bei der neuen Spitalfinanzierung mit Kollateralschäden für das Gesundheitspersonal gerechnet werden. Damit werden auch Kollateralschäden für die Patientinnen und Patienten in Kauf genommen.
Jetzt ist genug:
- Wir brauchen in Spitälern, in Pflegeheimen, in der Spitex, in den Kliniken faire Arbeitsbedingungen
- Wir brauchen genügend Personal, um die PatientInnen verantwortungsvoll versorgen zu können.
- Wir brauchen einen Ausbau der ambulanten Dienste, weil die Spitäler die Patientinnen und Patienten immer früher entlassen
- Wir brauchen Arbeitsverhältnisse, die es erlauben, Beruf und Familie zu vereinbaren
- Wir brauchen genügend Ausbildungsplätze und genügend Zeit, um die Lernenden auszubilden
- Wir brauchen flankierende Massnahmen bei der Einführung der DRG-Spitalfinanzierung zum Schutz unserer Löhne und Arbeitsbedingungen.
- Wir wollen eine Verschiebung des Einführungstermins, bis Massnahmen zum Schutz des Gesundheitspersonals beschlossen sind.


Der Aufruf als zum Herunterladen ist hier.

Mehr Informationen dazu unter http://www.wir-sind-sauer.ch/

DRG-Spitalfinanzierung: Jetzt gilt es ernst

2012 soll die neue DRG-Spital­finanzierung in Kraft treten. Der Dachverband der Spital-Arbeitgeber H+ hat zusammen mit uns eine Erklärung unterzeichnet, die den Schutz der Lohn- und Arbeitsbedingungen vorsieht. Die kantonalen GesundheitsdirektorInnen unter­stützen das Anliegen. Das ist erfreulich. Die Erklärung hat allerdings keine rechtsverbindliche Wirkung. Der Bundesrat muss deshalb verbindliche Regeln erlassen: Löhne, Arbeitszeiten, Nachtzulagen uws. müssen geschützt sein. Ein weiterer Personalabbau muss verhindert werden. Dafür wollen wir Druck machen.

Alle Informationen zum Thema DRG sind neu auf der Site www.schutz-vor-drg.ch zusammengefasst.

Alle Beschäftigten haben Anspruch auf angemessene Löhne und faire Arbeitsbedingungen – auch das Personal im Gesundheitswesen. Das ist leider nicht selbstverständlich. Daher setzen sich die Angestellten in den Spitälern, Kliniken und Heimen zunehmend zur Wehr. Der vpod koordiniert, bündelt – und ist vielerorts die treibende Kraft. Er kämpft insbesondere für eine klare Begrenzung der Arbeitszeit, angemessene Zeitkompensationen für Nachtschichten und für faire Pikettdienst-Regelungen, die ein vernünftiges Privat- und Familienleben erlauben. Es braucht gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit – hier hat sich in den letzten Jahren dank dem vpod, dank Protestbewegungen und gerichtlichen Klagen, einiges getan. Doch mit den Fachangestellten Gesundheit, die ebenfalls faire Bezahlung verdienen, gibt es neue Arbeit und neue Kämpfe. Schliesslich setzt sich der vpod engagiert auch für ausreichende Stellenetats ein, damit in Spitälern und Heimen und eine qualitativ gute Gesundheitsversorgung möglich ist. Aus diesem Grund wehren wir uns, wo es geht, gegen Sparmassnahmen und Abbaupläne und gegen Ausgliederungen aller Art – denn das Gesundheitswesen gehört unter demokratische, öffentliche Kontrolle.

Referendum zur Managed Care-Vorlage breit abgestützt


Die Managed Care-Vorlage kommt vors Volk. Ihr erwächst in der Bevölkerung breite Opposition. Das zeigt die hohe Zahl von Unterschriften, mit der das Referendum zustandegekommen ist. Zur Gesamtzahl von 132'837 Unterschriften hat...


Genfer Unispital: Streik auch im Labor beendet


Nach 35 Tagen ist der Streik der Laborbeschäftigten am Genfer Universitätsspital (HUG) mit der Unterzeichnung einer Übereinkunft beendet worden. 6 Tage zuvor hatte auch das Reinigungspersonal die volle Arbeit wieder aufgenommen....


Das Arbeitsgesetz (ArG) garantiert Erwerbstätigen einen verbindlichen Mindestschutz vor gesundheitlichen Schäden durch Arbeit. Im Arbeitsgesetz finden sich unter anderem grundsätzliche Bestimmungen zum Gesundheitsschutz, zu Arbeits- und Ruhezeiten und zahlreiche Sonderschutzvorschriften zum Schutz von jugendlichen Arbeitnehmenden, schwangeren Frauen und stillenden Müttern. Ausserdem werden die Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmenden sowie die Auskunftspflicht von Arbeitgebern geregelt. Im Gesundheitswesen gelten eine Vielzahl von Ausnahme- und Sondervorschriften. Weil die Materie kompliziert ist und die jeweiligen Vorschriften auch einer Interpretation bedürfen, hat der vpod einen ausführlichen Ratgeber erarbeitet, den wir an dieser Stelle allen Interessierten verfügbar machen.

Ratgeber Arbeitsgesetz im Gesundheitswesen

Solidarität mit US-Gesundheitsbewegung

An der vpod-Verbandskonferenz Gesundheit im Juni in Solothurn hat der vpod eine Solidaritätserklärung an die Kolleginnen und Kollegen in den USA geschickt, die für eine humanere Gesundheitsversorgung eintreten. Bekanntlich ist das Gesundheitswesen in den USA nicht nur das weltweit teuerste, sondern auch eines der ungerechtesten: 46 Millionen Mensche sind ohne Krankenversicherung, weitere Millionen von Menschen haben eine unzureichende Abdeckung. Jährlich 18 000 Todesfälle werden diesen Umständen zugeordnet. Die Single-Payer-Health-Care-Bewegung will das ändern und will eine umfassende Versicherung für alle. Zweiklassenmedizin verhindern: Das gilt hier wie dort. 

Personalnotstand: Berichte von GDK, OdASanté und Obsan weisen bedrohliches Ausmass aus

In der Schweiz droht in kommenden Jahren ein akuter Mangel an ausgebildetem Gesundheitspersonal (Pflege, Labor, Therapie, Medizinaltechnik). Einerseits benötigen die Institutionen im Gesundheitswesen mindestens 25'000 zusätzliche qualifizierte Fachkräfte bis 2020. Das entspricht rund 12% der heute in den Institutionen Beschäftigten. Dazu gibt es ein Factsheet des Obsan, das auf einer entsprechenden Studie beruht. Andererseits haben die neuen Berufsausbildungen - insbesondere FaGe und HF Pflege - noch wenig Fuss gefasst. Die Gesundheitsdirektoren-Konferenz GDK und die OdA Santé halten in einem gemeinsamen Versorgungsbericht zu den Gesundheitsberufen fest, dass die Zahl der jährlichen Abschlüsse in den Pflegeberufen massiv unter dem aktuellen und künftigen Bedarf liegt. Gegenwärtig werden jährlich rund 4600 Pflegefachleute zu wenig ausgebildet. Die Personallücke vergrössert sich jedes Jahr um diese Zahl. Es drohen  damit schon in wenigen Jahren dramatische Engpässe in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Rasches Handeln tut not. Zu Recht hält der Bericht fest, dass die Situation keinen Aufschub dulde.

Kontakt:
vpod
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8036 Zürich
Telefon 044 266 52 52
Telefax 044 266 52 53
beat.ringger[at]vpod-ssp.ch

 

Selbstverständlich setzt sich der vpod auch für die neuen Berufsleute im Gesundheitswesen ein, die Fachangestellten Gesundheit. Eine eigene Website ist in Vorbereitung.

fragniere[at]ssp-vpod.ch