Swissport: Am Genfer Flughafen wird gestreikt
Swissport: Am Genfer Flughafen wird gestreikt
Samstag, 2. Januar: Der vpod ist Partner am GAV (Gesamtarbeitsvertrag) der Firma Swissport Genève. Dieser GAV ist am 31.12.2009 ausgelaufen. Mit Hinweis auf die Konkurrenzfirma Dnata, welche keinen GAV hat, hat Swissport Genève in den Verhandlungen über die GAV-Erneuerung alle Forderungen des Personals vom Tisch gefegt. Diese Konkurrenz wird von der Flughafengesellschaft AIG (Aéroport International de Genève) geschürt mit der Zielsetzung, «die Preise zu senken» - und zwar auf dem Rücken des Personals. So hat die AIG anlässlich der Konzessionserneuerungen Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt.
Der wirtschaftliche Kontext
Trotz den Behauptungen von Swissport gehen die Geschäfte gut. Das Geschäftsergebnis 2009 ist deutlich besser als jenes von 2007, 2008 war ein Ausnahmejahr. Swissport ist sogar im Jahre 2009 nochmals gewachsen, sowohl in der Schweiz wie auch weltweit. Es geht also in keiner Weise um einen «contexte économique difficile» (ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld), wie das die Swissport-Direktion behauptet.
Gescheiterte Schlichtung
Da keine Einigung gefunden werden konnte, hat der vpod im Oktober 2009 das kantonale Einigungsamt (Chambre des Relations Collectives de Travail CRCT) angerufen und ein Schlichtungsverfahren in Gang gesetzt. Diese Schlichtung ist am Widerstand von Swissport gescheitert, welche sich entgegen den Empfehlungen der CRCT geweigert hat, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.
Eine Abstimmungs-Farce
Um die eigene Position zu stärken, hat Swissport eine «Abstimmung» unter ihren Angestellten durchgeführt. Das Abstimmungprozedere war tendenziös: Die Angestellten hatten die Wahl zwischen dem, was die Arbeitgeberin in den Verhandlungen vorgeschlagen hatte oder der Weiterführung der unveränderten alten Bedingungen. Zu den Forderungen des Personals konnte man sich in dieser «Abstimmung» nicht äussern. Dann wurden die Mitarbeitenden von ihren Chefs auch noch unter Druck gesetzt. Schlimmer noch: Swissport hat nicht gezögert, dem Verband «Push» alle Personendaten der Swissport-Mitarbeitenden zu geben und damit das Datenschutzgesetz zu verletzen. «Push» ist der Hausverband, der immer das Spiel der Arbeitgeberin gespielt hat und sich auch in diesem Konflikt auf die Seite der Arbeitgeberin gestellt hat.
Eine GAV-Farce
Es war übrigens auch «Push», welche nicht gezögert hat, für 2010 einen neuen «GAV» mit Swissport nach dem Geschmack der Arbeitgeberin abzuschliessen, obwohl alle Personalversammlungen diesen Text abgelehnt haben. Das Personal hält aber an seinen berechtigten Forderungen fest und setzt seinen Streik morgen Sonntag, 3. Januar 2010 fort.
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