Anschubfinanzierung für Pflegeberufe gefordert
Anschubfinanzierung für Pflegeberufe gefordert
„Der Bundesrat wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um mit einer Anschubfinanzierung von jährlich im Schnitt 90 Millionen Franken den bedrohlichen Personalmangel im Pflegebereich abzuwenden. Zur wirksamen Koordination und Steuerung der Bildungsanstrengungen und des Mittelflusses soll ein/e Delegierte/r des Bundesrates eingesetzt werden. Beide Massnahmen sind auf sechs Jahre auszulegen. Der Bund beteiligt sich an den Ausbildungskosten, wenn die Kantone einen gleichen Anteil aufwenden. Über die optimale Mittelzuteilung entscheidet der/die Delegierte in Kooperation mit den Kantonen, den Leistungserbringern, der OdA Santé und den Personalverbänden.“
Dies ist der Text einer Motion, die von der grünen Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber und 40 Mitunterzeichnenden im Nationalrat eingereicht worden ist. Die Motion stützt sich auf eine Kampagne der Gewerkschaft vpod für eine ausreichende Finanzierung der Berufsbildung.
In der Gesundheitsversorgung entstehen gegenwärtig bedrohliche Personalengpässe. Zurzeit werden jährlich 4600 Personen zu wenig ausgebildet (ohne Ärztinnen und Ärzte, vgl. Nationaler Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe der GDK und der OdA Santé vom 9.12.2009). Tausende von neuen Ausbildungs- und Praktikumsplätzen sind erforderlich, um zu verhindern, dass die Qualität der Gesundheitsversorgung schon in wenigen Jahren einbricht, weil zu wenig ausgebildetes Personal verfügbar ist. Dafür müssen die nötigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden, weil in den hauptsächlich betroffenen Bereichen Spitex und Langzeitpflege die Finanzierung der beruflichen Bildung gegenwärtig nicht gesichert ist. Nicht zuletzt muss darauf geachtet werden, dass die Veränderungen in der Spital- und Pflegefinanzierung keinen zusätzlichen Spardruck auslösen, der auf die Arbeitsbedingungen des Personals und auf die Bildungsanstrengungen der Betriebe durchschlägt und zu einer weiteren Verschärfung der Personalsituation führt.

Unbesetzte Stellen? Der Pflegebereich braucht eine Anschubfinanzierung. (Foto: Maria Adelaide Silva/Fotolia)![]()



