Erneut Streik am Genfer Flughafen?
Erneut Streik am Genfer Flughafen?
Der Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen am Genfer Flughafen besteht auch nach dem Swissport-Streik im Januar fort. François Longchamp, der Verwaltungsratspräsident der Flughafengesellschaft und zugleich Regierungspräsident ist, will mit einer Dumping-Politik mehr Billig-Airlines nach Genf locken. Bei der ISS, die in der Kabinenreinigung tätig ist, ist der Konflikt jetzt offen ausgebrochen. Die ISS Aviation, Tochter einer internationalen Gruppe mit fast einer halben Million Beschäftigten in 53 Ländern, hat in Genf rund 150 Angestellte, für die zwei unterschiedliche Gesamtarbeitsverträge gelten, je nachdem, ob die Anstellung im Stunden- oder im Monatslohn erfolgt. Gemäss Vertrag gelten allerdings die (besseren) Bedingungen des Festangestellten-GAV für alle, die im Monat auf mindestens 60 Stunden kommen. Doch die ISS verweigert die Anwendung dieser Regel. Daher haben die Betroffenen, unterstützt vom vpod, beim Gericht Klage erhoben. Die ISS hat Ende 2009 mit der Kündigung der beiden Gesamtarbeitsverträge auf Ende Juni 2010 reagiert und massive Lohneinbussen angekündigt. Bisherige Einigungsbemühungen sind ohne Erfolg geblieben; im Juli – Zeit des Sommerreiseverkehrs – sind die Beschäftigten nicht mehr an die Friedenspflicht gebunden. Die kommenden Wochen dienen der Streikvorbereitung. Ein Unterstützungskomitee steht bereits, und an einer vom vpod organisierten Medienkonferenz haben ISS-Beschäftigte sowie Angestellte anderer Flughafenbetriebe Entschlossenheit markiert. Letztere sind solidarisch, weil sich die Problemlage bei ihren Unternehmungen in sehr ähnlicher Weise darstellt.




