Pensionsaltererhöhung in Bern: Vorerst Aufschub
Pensionsaltererhöhung in Bern: Vorerst Aufschub
Vorerst Waffenruhe, aber kein Friede in der Stadt Bern: Der Stadtrat (das Gemeindeparlament) hat gestern den umstrittenen handstreichartigen Entscheid von vor zwei Wochen zwar sistiert, aber nicht aufgehoben. Eine Mehrheit des Stadtrats zielt nach wie vor auf die Erhöhung des Pensionsalters für die städtischen Angestellten von heute 63 auf 64 (für Frauen) beziehungsweise 65 (für Männer) ab. Vor zwei Wochen hatte das Parlament mit knapper Mehrheit und ohne jegliche Konsultation der Betroffenen entschieden, das Rentenalter zu erhöhen. Der fragliche Passus im Personalreglement ist gestern nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben worden, immerhin mit der Zusatzbestimmung, dass eine Einigung der Sozialpartner über ein flexibles Rentenalter bis 2012 zur Aufhebung der Bestimmung führt. Bei den Betroffenen sind Wut und Ärger damit allerdings nicht verflogen, wie vpod-Kollege und GB-Stadtrat Hasim Sancar gegenüber der Presse ausführte. Der vpod wird gemäss Aussage von Regionalsekretär Walter Christen jetzt zum einen den juristischen Weg begehen – so mit dem Personal umzuspringen widerspricht nicht nur den Gepflogenheiten, sondern auch den Gesetzen. Im Weiteren bleibt die Streikdrohung des vpod aufrecht. Der vpod verweist auf die teils körperlich schwere Arbeit der städtischen Angestellten etwa im Tiefbau und auf die Tatsache, dass eine spätere Pension für die Stadt gar keinen finanziellen Gewinn bringt, sondern das Gegenteil: Die sogenannten Rotationsgewinne durch den Ersatz älterer mit jungen Kräften werden geschmälert. Zudem haben die städtischen Angestellten ihre Rente mit 63 über die Pensionskasse voll und ganz finanziert. Mit einer eindrücklichen Kundgebung vor dem Rathaus haben die vpod-Kolleginnen und –Kollegen bereits letzte Woche klargemacht, dass sie an ihrem wohlbegründeten und legitimen Anspruch festhalten. Neben der materiellen Seite ist es die schnöde Geringschätzung ihrer Arbeit, die aus einem Teil der Voten im Stadtrat hervorging und die für anhaltende Empörung und Unzufriedenheit bei den Betroffenen sorgt.

Schnöde Missachtung: Der Berner Stadtrat lässt Wertschätzung für die Arbeit der Stadtangestellten vermissen.![]()



