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September 2014
Stefan Gigers Blog

Mindestlohninitiative eingereicht!

23.01.12

Mindestlohninitiative eingereicht!

VON: BALTHASAR GLÄTTLI

vpod Präsidentin Katharina Prelicz-Huber erklärte bei der Einreichung der Mindestlohn-Initiative, warum Mindestlöhne für Frauen von besonderer Bedeutung sind.


Rede Katharina Prelicz-Huber zur Einreichung Mindestlohn-Initiative 23.1.2012
Mindestlöhne: Frauen profitieren!

Rund 400'000 Erwerbstätige in der Schweiz verdienen (hochgerechnet auf 100%) weniger als Fr. 4'000 pro Monat! Das reicht nicht zur Existenzsicherung der Familie! Trotzdem wächst der Druck auch auf die anderen Löhne – gerade in Krisenzeiten. Einmal mehr sind Frauen deutlich mehr betroffen: Von den 400'000 TiefstlöhnerInnen sind 300'000 Frauen!

Wen wundert’s, sind doch Frauen:

  • trotz Lohngleichheitsgebot in der Bundesverfassung immer noch mit 20 % tieferen Löhnen als Männer bedient.
  • in „Frauenberufen“ wie in der Pflege, im Sozialbereich, als Coiffeuse, als Hausangestellte, im Verkauf, in der Gastgewerbe oder in der Reinigung tätig, die schlechter bezahlt sind als Männerberufe.
  • überproportional vertreten in prekären Arbeitsverhältnissen ohne Festanstellungen, nur im Stundenlohn oder mit einer Arbeit auf Abruf. Viele Frauen können wegen der Betreuung der Kinder nur Teilzeit arbeiten, was die finanzielle Situation noch verschlimmert – faktisch eine doppelte Ausbeutung!

Im öffentlichen Dienst ist ein Mindestlohn von Fr. 4'000.- glücklicherweise durchgesetzt! Ein Erfolg des vpod und anderer Gewerkschaften.

Werden aber Verwaltungsabteilungen ausgelagert, was immer mehr praktiziert wird, nicht zuletzt aufgrund von Sparanträgen, sinken ausser bei den Managern meist auch die Löhne. Typisches Beispiel ist die Reinigungsbranche mit einem Mindestlohn von etwas über Fr. 17.-/Std. In Genf hat der vpod deshalb erfolgreich für die Heraufsetzung des Mindestlohns gestreikt.

Probleme bereiten zunehmende Versuche der Individualisierung von Arbeitsverträgen und damit die Aufweichung von Personalverordnungen. Deshalb ist die Festlegung der Mindest-löhne auf Fr. 4'000.- auch für die vpod-Branchen von zentraler Bedeutung. Was im öffentli-chem Dienst heute als Minimallohn gilt, muss auch in Zukunft für alle gelten!

Die Kosten wären alleweil tragbar. Die Produktivitätssteigerung der letzten 20 Jahre erreichte über 20%, kam aber bis jetzt nicht den ArbeitnehmerInnen zugute, wie dies von der Arbeitgeberseite versprochen wurde. Diese Steigerung wurde auch möglich wegen dem enormen Einsatz von Frauen – im Erwerbsleben und ehrenamtlich zuhause! Studien zeigen, dass Frauen insgesamt deutlich mehr arbeiten als Männer und ohne sie ganze Wirtschaftszweige kollabieren würden.

Die Frauen würden überproportional profitieren von der Initiative. Recht so, sind sie doch heute auch überproportional benachteiligt! JA zu einem Minimum von Fr. 4'000.- monatlich für alle!

Auskünfte: Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin vpod, Tel. 076 391 79 15